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Die Schlittenfahrten

Besonders beliebt waren die Schlittenfahrten (schlitedas). Die langen Winter und die meist guten Schlittenbahnen verlockten die Jugend dazu. Die Ziele waren meist Thusis oder Splügen. Die Tatsache, dass solche Schlittenfahrten stattfanden, ist schon für die Zeit vor dem Bau der Landstrassen 1822 belegt.

Für die Schlitteda der Knabenschaft wurden Einspännerschlitten verwendet. Ein Vorreiter an der Spitze des Zuges gefolgt von einer langen Reihe mit einer fröhlichen und festlich gekleideten Jungmannschaft besetzter Schlitten, fanden überall, wo sie hinkamen, einen freundlichen Empfang.

Allmählich veranstalteten auch andere Vereine solche Winterfahrten. Es wurde dann aber vornehmlich in Zweispännerschlitten ausgeflogen, während der Männerchor gerne die grosse von vier Pferden gezogene „Arche“ verwendete, die von Schaffhausen stammte und heute im Schamser Museum in Zillis bewundert werden kann. [i]

Weniger Aufwand verursachte eine andere Art „schlitteda“, ohne Pferdezug, in mondhellen Nächten von Bärenburg herunter. Mit einem Horn- oder Fuhrmannschlitten ging die Fahrt von kundiger Hand gesteuert bis zur „Tgea Cotschna“ und oft noch weiter das Dorf hinunter.



[i] Die "Arche" gehörte ursprünglich der Familie Hoessli, und bei der Räumung des grossen Stalles Jakob Fravi erwarb ich diesen Schlitten nebst einem Engadinerschlitten. Die Arche deponierte ich dann in Zillis im Talmuseum.